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freipraktizierende Hebamme

Das Geheimnis des Gebärens

Geburt ist eine Zeit der inneren Einkehr, des Überdenkens der eigenen Wertvorstellungen, des Erinnerns an die eigene Kindheit.
Die eigenen Grenzen wahrnehmen und eintauchen in die Wildheit der Wogen.

Geburt ist der größte göttliche Prozess im Leben eines Menschen, und diesen Prozess sollte man unterstützen. Das Leben einer Frau wird von drei großen Entwicklungsphasen begleitet. In der Pubertät wir das Mädchen zur Frau, bei der Geburt des ersten Kindes wird die Frau zur Mutter und im Klimakterium wir die Frau zur weisen reifen Frau.

Geburt ist ein spannender Lebensabschnitt. Jeder Lebensübergang birgt gewisse Gefahren mit sich, er erfordert immer das Zurücklassen einer alten überlebten Zeit.

Geburt heißt Neubeginn – sich Einlassen auf ein Abenteuer ins Unbekannte – Unkontrollierbare – Ungewisse.


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Geburt in der modernen Welt

WindlkindViele Frauen haben heute das Vertrauen verloren, ohne medizinischen Beistand ein Kind zur Welt zu bringen. Sie vertrauen Daten und Zentimetern mehr als Ihrem Instinkt.

Geburt wird nicht mehr als eine Gefahr, Gebären nicht mehr als Wagnis und Ihr Verlauf nicht mehr als Schicksal erlebt, sondern Gefahr ist zum kontrollierbaren Risiko und Wagnis zur Kalkulation umgemodelt worden. Die englische Statistikerin Majorie Tew fand in einer interessanten Studie heraus, dass die allgemein akzeptierte Hypothese nicht bestätigt werden kann, dass der Rückgang der Mutter- und Säuglingssterblichkeit durch die Hospitalisierung der Geburt verursacht worden ist. Frau Tew beschreibt, wie in nur wenigen Jahrzehnten die Geburt aus einem körperlichen Vorgang, der gelegentlich schief gehen konnte, zu einem medizinischen Geschehen wurde, das deshalb professionell betreut werden musste, weil man sich auf einen gesunden Ablauf nie verlassen kann. Dieser Bedeutungsumbruch brachte zweifellos einen langfristig angelegten Gewinn für die Geburtsmedizin und einen weitgehend endgültigen Verlust für Mutter und Kind.

Fazit: Niemals weder in der Vergangenheit noch heute und nirgends auf der Welt haben medizinische Interventionen die Geburt von Mutter und Kind gefahrlos gemacht.

Wie lässt es sich erklären, dass die Mehrzahl der Gebärenden sich so einer medizinischen Belagerung unterwirft und die Frauen sich dabei nicht empören!! Sprich früher der routinemäßige Dammschnitt.

Ist es Ohnmacht? Fatalismus des heutigen Konsumenten? Opfer einer intensiven professionellen Propaganda?

Der Glaube an die Medizin, die treuherzige Hingabe an die Segnung der Klinik reicht hier nicht aus. Nur ein Verständnis für die Entwurzelung, die darin zum Ausdruck kommt, dass eine ganze Generation von Frauen das Wissen vom Gebären können verloren hat.

„So wie die Nachkriegszeit von Ungestillten bevölkert wurde, so wimmelt die Jetztzeit von Ungeborenen" (Mrs. Tew)

„Das menschliche Drama: wir finden Bestrebungen, wir lernen Kunstfertigkeiten mit denen wir uns täuschen. Das wesentliche aber, den Weg der Wege finden wir nicht."
(Hermann Hesse, Siddharta).

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Zurück zur eigenen Kraft

Frauen können von natur aus gebären. Geburt ist eine Initiation, deren Geheimnis Früher von einer Frau zur anderen weiter gegeben worden ist. In der Zwischenzeit scheint das Geheimnis verloren gegangen zu sein. Wichtig ist, dass Frauen Ihr Selbstbewusstsein wieder zurück gewinnen, das sie durch die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte leider oft abgegeben haben.

Um die „eigene Kraft" wieder zu gewinnen sind wichtig:

  • Verantwortung zu übernehmen, (Machtlosigkeit)
  • Vertrauen und Glauben zu haben, (Misstrauen)
  • sich zu Öffnen, (sich Verschließen) und
  • los zu lassen und in die Hingabe zu gehen. (Festhalten)

Verantwortung übernehmen

Der Zustand des Gebärens ist ein magischer Zustand. Eine unerklärliche Kraft arbeitet in unserem Körper, die wir ansonsten gar nicht kennen, die aber als Potenzial zur Verfügung steht. Jeder Mensch verfügt über den „Freien Willen". Verantwortung übernehmen heißt die Macht für sich zu gewinnen. Grund, dass wir die Verantwortung meist nicht übernehmen ist die Angst und die Unsicherheit.
Verantwortung übernehmen heißt auch, sich selbst so zu kennen um konkrete Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und diese auch durchzusetzen.



Vertrauen und Glauben

Sich und dem Leben vertrauen. Vertrauen öffnet das Herz. Glauben zu haben erfordert Mut, die Fähigkeit zu haben ein Risiko auf sich zu nehmen und bereit zu sein Schmerz und Enttäuschung zu ertragen.

Wer auf Sicherheit und Sorgenfreiheit beharrt, kann niemals fest an sich Glauben



Sich Öffnen

Sich Öffnen heißt, offen sein für das Leben, für das was kommt. Dem Körper die Möglichkeit des Öffnens geben. Offen sein für die Liebe zu sich und dem Kind

Offen sein für das Neue.
Verschlossen sein heißt Starrsein (Körperpanzerung).



Loslassen und Hingabe

Loslassen – ganz einfach loslassen – sich lösen, mit Gefühl aber mit der Bereitschaft sich neu zu entfalten.

Viele Frauen haben Angst sich fallen zu lassen, da dies zu Kontrollverlust führt.
Hingabe heißt, vom Kopf in das Herz zu gehen, vom Denken in das Fühlen.

Schwangerschaft und Geburt – ständiger Begleiter deines Lebens

Schon während der Schwangerschaft ist das Ungeborene mit der Mutter gefühlsmäßig verbunden. Alle Gefühlszustände die die Mutter in der Schwangerschaft durchlebt werden vom Kind als eigene Gefühle wahrgenommen. (Grundstein des Urvertrauens)

Noch vor fünfzig Jahren hat sowohl die Wissenschaft wie auch die Tiefenpsychologie ein neugeborenes Baby meist als Reflexbündel betrachtet, als ein menschliches Wesen, das nichts wahrnimmt und nichts erlebt.

Je weiter die Forschung das Seelenleben des Kleinkindes ergründet, desto mehr entdecken wir, wie fein und präzise ein Neugeborenes seine Welt begreift und unmittelbar nach der Geburt darauf vorbereitet ist eine Bindung an die Mutter und an den Vater aufzubauen.

Wird diese von sich aus natürliche Bindung zwischen Mutter und Kind gestört oder nicht vollzogen, hat dies dramatische Folgen für die spätere Bindungsfähigkeit.

Die heutige Geburtsmedizin und die daraus resultierende Bindungslosigkeit sind großteils mitverantwortlich für die Zunahme der verhaltensauffälligen Kinder und späteren Erwachsenen.
Wenn das normale Gebären in unserer Kultur etwas Seltenes wird (wir haben in Österreich derzeit 27 % Kaiserschnitte, Tendenz steigend), dann haben wir auch die Fähigkeit verloren uns ganz hin zu geben. Der Verlust dieser Liebesfähigkeit ist sowohl die Ursache als auch die Folge der weit verbreiteten NEUROSEN unserer Zeit.

Hier wäre die Politik gefordert, die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu erkennen und in zukunftsweisenden Projekten zu investieren.

Kinderkleeplatt

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